Unser Forschungsteam hat Replikationsstress als eine wichtige therapeutische Schwachstelle beim Chordom identifiziert. Replikationsstress tritt auf, wenn eine Zelle Schwierigkeiten beim Kopieren ihrer DNA hat, und unsere Arbeit zeigt, dass dieses Phänomen beim Chordom besonders ausgeprägt ist. Medikamente wie Gemcitabin und ATR-Inhibitoren verschärfen den Replikationsstress, was zu schweren DNA-Schäden und zum Zelltod führt. Neue Daten zeigen nun, dass dieser Prozess auch die Antitumor-Immunität stimulieren kann, da die Behandlung mit Angriffspunkten für Replikationsstress zur Akkumulation extranukleärer DNA, zur Aktivierung von Interferon-Signalen vom Typ I, zur Freisetzung immunmodulatorischer Faktoren und zur verstärkten Expression von MHC-Klasse I und PD-L1 führt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Angriffspunkte auf den Replikationsstress sowohl Chordomzellen direkt schädigen als auch sie für das Immunsystem sichtbarer machen könnten, was künftige Strategien unterstützt, die diese Wirkstoffe mit einer Immuntherapie kombinieren.